Wohneigentum:

Das Interesse am Wohneigentum ist in der Schweiz ungebrochen hoch. Schon Eigentumswohnungen sind hierzulande sehr begehrt, und bei den Einfamilienhäusern ist der Nachfrageüberhang noch grösser. Dementsprechend dynamisch haben sich die Preise der frei gehandelten Objekte in den letzten Monaten entwickelt. Vor allem zwei Faktoren dürften diesen Trend derzeit verstärken: Erstens hat eine überaus positive wirtschaftliche Entwicklung während der letzten Jahre für einen sehr vertrauenswürdigen Arbeitsmarkt mit tiefer Arbeitslosigkeit und einer hohen Anzahl neuer Stellen gesorgt; gleichzeitig sind die Löhne und Vermögen der hiesigen Bevölkerung kontinuierlich gestiegen, was die Nachfrage nach Wohneigentum vergrössert. Zweitens möchten viele Haushalte nun noch die Gunst der Stunde nutzen, um von den aktuell attraktiven Finanzierungskonditionen zu profitieren.

Trotz der hohen Zahl an potenziellen Käufern von Eigentumswohnungen sinken derzeit die Preisniveaus bei den inserierten Wohnungen. Dies hängt mit einer teilweise veränderten Angebotsstruktur zusammen: Heute werden häufiger kleinere Wohnungen mit einem ansprechenden, aber nicht gehobenen Ausbaustandard angeboten. In den kommenden Monaten dürften die Preise bei den inserierten Objekten stagnieren.

Auch wenn jüngst die Zahl der inserierten Einfamilienhäuser leicht zugenommen hat, ist die Auswahl nach wie vor beschränkt. Vor allem in den Kantonen Zug, Zürich, Basel-Stadt, Schwyz und Luzern übertrifft die Nachfrage das Angebot um ein Vielfaches – was sich aufgrund der weiter sinkenden Neubautätigkeit vorerst nicht ändern wird. Folglich dürften die Preise in den meisten Regionen weiter zulegen, wie es sich zum Beispiel in den touristischen Gebieten bereits zeigt: Jüngst machte hier der negative Preistrend sogar korrigierenden Anstiegen Platz.

Geschäftsflächen:

Das Nachfrageumfeld für den Büroflächenmarkt präsentiert sich vielversprechend. Von Mitte 2017 bis Mitte 2018 wurden allein im Dienstleistungssektor mehr als 62000 neue Stellen geschaffen. Infolgedessen ist auch der Bedarf an zusätzlichen Büroflächen gestiegen, was sich zuletzt stabilisierend auf die inserierten Mietpreise auswirkte: Die noch im letzten Jahr vorherrschende Abwärtstendenz konnte im Sommer 2018 vorerst gestoppt werden. Aufgrund des günstigen wirtschaftlichen Umfelds ist die Zuversicht unter den Investoren zurückgekehrt und sind die Neubauaktivitäten im Geschäftsflächenbereich seit Ende letzten Jahres wieder spürbar angestiegen. Wegen der neuen Flächen bleibt die Vermietungssituation anspruchsvoll, und es ist zu erwarten, dass die mittleren Mietpreise für Büroflächen weiterhin unter leichtem Druck stehen werden.

Die Verlagerung der Detailhandelsumsätze ins Ausland und in die digitale Welt haben immer stärkere Auswirkungen auf den Verkaufsflächenmarkt. Dies spiegelt sich unter anderem in der Summe der inserierten Verkaufsflächen: Aktuell sind ein Drittel mehr Verkaufsflächen ausgeschrieben als im Schnitt der vergangenen zehn Jahre. Diese Entwicklung ist insbesondere ein Zeichen der sinkenden Lebensdauer von Verkaufsläden, was eine höhere Fluktuation nach sich zieht. Durch das wachsende Angebot dürften die mittleren Angebotsmieten weiter sinken.

Vor dem Hintergrund des aktuell steigenden Bedarfs an Industrie- und Logistikflächen wurde das oft wenig beachtete Segment einer tiefgründigen Analyse unterzogen. Die Resultate zeigen einen Überblick über die veränderten Nutzerbedürfnisse, über Angebot und Nachfrage sowie über das gestiegene Investoreninteresse.

Baumarkt:

Auch im laufenden Jahr ist das Bild zahlreicher Städte und Dörfer von jeder Menge Baukräne geprägt. Angetrieben vom billigen Geld und der prosperierenden Volkswirtschaft wird in der Schweiz weiter kräftig in Immobilien investiert. Das Volumen des gesamten Hochbaus wird sich 2018 voraussichtlich um 1.1 Prozent ausdehnen – dies entspricht rund 50 Milliarden Franken an Investitionen. Ein Richtungswechsel ist auch im Jahr 2019 nicht zu erwarten, vielmehr wird mit einem nochmaligen Anstieg der Hochbauinvestitionen um 0.5 Prozent gerechnet. Dafür spricht nicht nur die hohe Zahl an bereits erteilten Aufträgen, sondern auch, dass sich das Volumen der Baubewilligungen während der letzten vier Quartale erweitert hat: Zwischen Mitte 2017 und Mitte 2018 lagen die genehmigten Bauinvestitionen 4.5 Prozent über dem Schnitt der beiden Vorjahre. Die Wohnbauproduktion dürfte mit den erwarteten 53000 Einheiten im 2019 ein ähnliches Niveau erreichen wie in den beiden Vorjahren.

Neben dem Wohnungsbau leisten die Neubauinvestitionen im Bereich des Übrigen Hochbaus – Infrastruktur, Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft und Lager – einen gewichtigen Beitrag zum Wachstum der Bauinvestitionen: Sie werden 2018 voraussichtlich um 2.5 Prozent und 2019 um 3.1 Prozent zulegen. Vor allem bei den Gesundheits- und Bildungsbauten zeigen sich derzeit vermehrt Bauaktivitäten, was die öffentliche Hand zu einem massgeblichen Auftraggeber im Bauwesen macht. Ab 2020 könnte die Wachstumsphase bei den Hochbauinvestitionen jedoch vorerst vorbei sein, denn bereits heute macht sich eine gewisse Zurückhaltung der Investoren in Bezug auf mittelfristige Bauprojekte bemerkbar, wie die Anzahl Neubaugesuche belegt. Die gleitende Jahressumme nahm zuletzt während dreier Quartale in Folge ab, der Rückgang fiel mit 3.3 Prozent aber erstmal noch bescheiden aus.

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