Viele ältere Hausbesitzer bekommen von ihrer Bank keine Hypothek mehr. Im schlimmsten Fall müssen sie sogar ihr Haus verkaufen, weil sie die Tragbarkeitskriterien der Bank nicht mehr erfüllen.

Im Alter muss man mit Hypotheken speziell darauf achten, das die Rechnung aufgeht. Wer die folgenden Tipps befolgt, kann einen drohenden Zwangsverkauf abwenden.

Weniger amortisieren
Bei der Pensionierung setzen viele Wohneigentümer einen grossen Teil ihres Pensionskassengeldes ein, um ihren Kredit zurückzuzahlen. Damit schrumpft aber die Rente aus der Pensionskasse. Zudem kann die Tragbarkeitsrechnung dann oft nicht mehr erfüllt werden: Banken stocken Hypotheken meistens nicht mehr auf, wenn die kalkulatorischen Wohnkosten ein Drittel der Renten übersteigen.

Tipp:
Behalten Sie genügend flüssige Mittel zurück. So bleiben Sie flexibel, falls Sie in einen finanziellen Engpass geraten.

Zweithypothek
Viele Banken gewähren Rentnern grundsätzlich keine Zweithypothek, auch wenn sie problemlos tragbar wäre. Einige Banken verlangen, dass die Zweithypothek bis zur Pensionierung vollständig zurückbezahlt ist. Wie in Punkt 1 wirkt sich auch dieser Amortisationszwang negativ auf die Tragbarkeit aus, wenn das Kapital dafür aus der Pensionskasse bezogen wird.

Tipp:
Die Bankiervereinigung sieht eine Amortisation innerhalb von 15 Jahren vor – unabhängig vom Alter. Wählen Sie deshalb eine Bank, die diese Richtlinien anwendet und Ihnen auch nach der Pensionierung eine Zweithypothek gewährt, wenn sie tragbar ist.

Flexibel bleiben
Vor allem Rentner möchten ihren Hypozins möglichst lange anbinden. Das hat zwei Nachteile: Festhypotheken sind meistens teurer als Geldmarkthypotheken. Auch zeigt die Erfahrung, dass viele Wohneigentümer nach der Pensionierung in eine Eigentumswohnung ziehen. Nicht alle Banken sind aber bereit, Festhypotheken auf ein neues Objekt zu übertragen. Schlimmstenfalls muss man die Hypothek vorzeitig auflösen, was enorme Kosten nach sich ziehen kann.

Tipp:
Setzen Sie auf günstige und flexible Geldmarkthypotheken und behalten Sie die Zinsen für Festhypotheken im Auge. Wenn Sie erst im richtigen Moment umsteigen, sparen Sie in den kommenden Jahren viel Geld.

Kurzfristig finanzieren
Auch im hohen Alter schliessen Wohneigentümer noch Festhypotheken mit Laufzeiten von zehn oder mehr Jahren ab. Das kann die Erbteilung erschweren. Einige Banken fordern sogar die vorzeitige Auflösung, wenn der Hypothekarnehmer stirbt. Das kann sehr teuer werden.

Tipp:
Setzen Sie auf kurzfristige Festhypotheken, wenn Sie über 75 Jahre alt sind. Und sichern Sie sich mit einem Zins-Cap ab, um Ihre Zinskosten zu begrenzen.

Immo-Rente nutzen
Sie haben Ihre Hypothek weitgehend amortisiert und möchten sie wieder aufstocken? Dann lohnt es sich, eine Immo-Rente zu prüfen. Die Idee: Bei einer tief belehnten Liegenschaft wird die Hypothek erhöht. Mit einem Teil dieses Geldes zahlen Sie die Zinsen für die nächsten Jahre im Voraus, mit dem Rest bessern Sie Ihre Rente auf.

Tipp:
Wählen Sie aber den richtigen Hypothekargeber. Es gibt nicht viele Finanzdienstleister, die eine Immo-Rente anbieten.

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