Crowdfunding-Plattformen locken mit erstaunlichen Renditen. Achtung: Wie überall, wo mit grossen Gewinnen geworben wird, lauern auch hier einige Gefahren.

Immer mehr Anlegerinnen und Anleger interessieren sich für Crowdfunding-Projekte. Wir haben ein Angebot geprüft, das auf einer bekannten Plattform mit einer Rendite von rund 6 Prozent wirbt. Die Berechnungen zeigten folgende Risiken:

Rendite

Meistens ist eine Immobilienanlage eine langfristige Investition. Die Hypozinsen sind derzeit zwar so tief wie noch nie. Sollten die Zinsen aber irgendwann markant steigen, kann bei Crowdfunding Projekten die Rendite des Eigenkapitals schnell einbrechen. Sollten die Zinsen einmal steigen, halbiert sich die Rendite des Eigenkapitals.

Beispiel: Crowdfunding-Projekt; Mehrfamilienhaus in ländlichem Gebiet; Kaufpreis 6,2 Mio. Franken; Eigenkapital 2,5 Mio. Franken; Hypothek 3,7 Mio. Franken (Laufzeit 8 Jahre). In CHF.

  1. Hypothekarzins heute und Annahme                       0.86%                     3%
  2. Prognostizierter Mietertrag pro Jahr                      260’000                 260’000
  3. Hypothekenzins                                                          – 32’000              – 111’000
  4. Nebenkosten                                                               – 46’500                – 46’500
  5. Sicherheitsfonds                                                         – 29’000                – 29’000
  6. Ausschüttung                                                               152’500                  73’500
  7. Eigenkapitalrendite                                                        6.1%                    2.9%

Unterhalt

Die Unterhaltskosten werden bei solchen Projekten oft zu tief veranschlagt. Der Unterhaltsbedarf steigt mit der Zeit stark an, und irgendwann muss die ganze Immobilie saniert oder verkauft werden.

Mieterträge

Solche Immobilien stehen oft an schlechteren Lagen. Dort ist das Risiko hoch, dass ein Teil der Räume leer steht oder die Mieten sinken. Dann ist die versprochene Rendite unrealistisch.

Liquidität

Bricht der Häusermarkt ein, finden sich für Immobilienobjekte an weniger guter Lage kaum noch Käufer. Anteilseigner können nicht einmal in ihrem Objekt wohnen. Denn anders als Stockwerkeigentümer haben sie kein Wohnrecht.

Streit

Auch wenn sich alle Anteilseigner einig sind, solange die Zinsen tief bleiben, sind Streitigkeiten nicht auszuschliessen, wenn die Zinsen steigen und der Wert fällt.

 

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